Sa., 23. Nov. | Albert-Einstein-Gymnasium

Bennewitz - Quartett

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Bennewitz - Quartett

Zeit & Ort

23. Nov. 2019, 19:30
Albert-Einstein-Gymnasium, Schaftrift 1, 21244 Buchholz in der Nordheide, Deutschland

Über die Veranstaltung

Robert Schumann [1810 - 1856]

Streichquartett Nr. 2 F-Dur op. 41/2

  1. Allegro
  2. Andante quasi variationi
  3. Scherzo: Presto
  4. Allegro molto vivace

Bedrich Smetana [1824 - 1884]

Streichquartett Nr. 2 d-moll

  1. Allegro
  2. Allegro moderato - Andante cantabile
  3. Allegro non più moderato, ma agitato e con fuoco
  4. Finale: Presto

Pause

Antonín Dvořák [1841 - 1904]

Quintett für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier A-Dur op. 81

  1. Allegro, ma non tanto
  2. Dumka. Andante con moto
  3. Scherzo (Furiant). Molto vivace – Poco tranquillo
  4. Finale. Allegro

Über die Musiker

  • Jakub Fišer - Violine 
  • Štěpán Ježek - Violine 
  • Jiří Pinkas - Viola 
  • Štěpán Doležal - Violoncello
  • Martin Kasik, Klavier 

Das Bennewitz Quartett ist eines der weltweit angesehensten Kammermusikensembles. Dieser Status wird nicht nur durch die Siege bei zwei bedeutenden Wettbewerben -  Osaka 2005 und Prémio Paolo Borciani in Italien 2008 - manifestiert, sondern auch regelmäßig durch herausragende Kritiken. Bereits im Jahr 2006 schrieb die Frankfur-ter Allgemeine Zeitung: "... die Musik war nicht nur wegen ihrer klaren Struktur bemerkenswert, sondern auch wegen der schönen Klangpalette und Reinheit der Intonation in ihrer Ausführung. Nur selten erlebt man so etwas geschickt handgefertigte und kraftvolle Harmonien ... Großartige Kunst." Das Ensemble wurde auch in der tschechischen Musikszene mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. So erhielt es schon  2004 den Preis der Tschechischen Kammermusikgesellschaft und gewann 2019 den Classic Prague Award für das beste Kammermusik-Konzert des Jahres.

Das Quartett tritt derzeit an wichtigen Orten im In- und Ausland auf, darunter Wigmore Hall London, Musikverein Wien, Konzerthaus Berlin, Théâtre des Champs-Elysées Paris, New Yorker Frick Collection, Seoul Art Center, Rudolfinum Prag u.a. Hinzu kommen Einladungen zu Festivals nach Salzburg, Luzern, ins Rheingau, nach Lockenhaus und zum Prager Frühling. Dabei arbeitet das Ensemble mit herausragenden internationalen Kollegen wie Jean-Yves Thibaudet, Alexander Melnikov, Vadim Gluzman, Isabel Charisius, Pietro de Maria, Reto Bieri oder Danjulo Ishizaka.

Das Bennewitz Quartett spielt besonders gerne in der heimischen tschechischen Musikszene. Besondere Highlights waren die Zusammenarbeit mit der Tschechischen Philharmonie und ihrem Dirigenten Jiří Bělohlávek für die Aufführung des Konzerts für Streichquartett und Orchester von Bohuslav Martinů. Das Ensemble hat beide Quartette von Leoš Janáček für das tschechische Fernsehen im einzigartigen Ambiente der Villa Tugend hat in Brünn aufgenommen. Regelmäßig zeichnet der tschechische Rundfunk Konzerte des Quartetts auf.

Aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Label Coviello Classics geht unter anderem eine Aufnahme der beiden Streichquartette von Leoš Janáček kombiniert mit dem 4. Streichquartett von Béla Bartók hervor, die von der Presse einhellig gelobt wird. So ist das Magazin Fono Forum beeindruckt von ihrem „feurigen Temperament“. Die zweite Aufnahme dieser Serie, 2010 erschienen, umfasst beide Quartette von Bedřich Smetana. Die Website Klassik.com nennt die Aufnahme „einfach phänomenal“. Das darauffolgende, beim Label Hänssler Classic erschienene Projekt ist Dvořáks vollständigem Zypressen-Zyklus gewidmet, 2015 gefolgt von seinen Streichquartetten op. 51 und op. 106 bei SWRmusic/Naxos. Diese Aufnahme wurde mit dem 'Choice of the Harmonie Maga-zine' und 'Editor's Choice' des Magazins Gramophone ausgezeichnet.

 

Die Mitglieder des Quartetts legen großen Wert auf eine inspirierende und auch herausfordernde Auswahl des Konzertrepertoires. In den Jahren 2012 und 2015 spielte das Ensemble an einem einzigen Abend die kompletten sechs Streichquartette Bartóks beim Festival Maggio Musicale Fiorentino und im schwedischen Upsala. 2014 präsentierten die vier die Lieder der Einwanderer von Slavomír Hořínka im Konzerthaus Berlin. Im April 2019 erschien bei Supraphon, dem wichtigsten tschechischen Label, eine neue CD mit Musik der jüdischen Komponisten H. Krása, V. Ullmann, E. Schulhoff und P. Haas, die alle dem Nazi-Terror zum Opfer fielen. Anfang 2019 trat das Bennewitz Quartett mit einer Auswahl dieser Werke bei der offiziellen Gedenkstunde an die Opfer des Holocaust im Deutschen Bundestag Berlin auf.

Das Quartett bereitet mehrere neue Projekte für die nahe Zukunft vor. So wird es den Absolute Jest von John Adams mit dem Prague Symphony Orchestra präsentieren und gemeinsam mit Peter Holtslag ein neues Stück für ein Blockflöten- und Streichquartett von Willem Wander van Nieuwkerk in Den Haag uraufführen.

Seit 1998 trägt das Bennewitz Quartett den Namen des Geigers und Direktors des Prager Musikkonservatoriums Antonín Bennewitz (1833-1926), der maßgeblich zur Gründung der tschechischen Violinschule beigetragen hat. Zu den bedeutendsten Musikern, die zu seinen Jüngern gerechnet werden, zählen vor allem Karel Hoffman, Josef Suk und Oskar Nedbal, die unter Bennewitz' Einfluss das berühmte Böhmische Quartett bildeten.

Martin Kasík, geboren 1976, zählt zu den führenden tschechischen Pianisten unserer Zeit. Er begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Er studierte bei Monika Tugendliebová am Janáček Konservatoriuzm in Ostrawa und später bei Ivan Klánský an der Akademie für Musik und Darstellende Künste in Prag. Er absolvierte Meisterklassen bei  Lazar Berman, Garrick Ohlson, Christian Zacharias und Paul Badura – Skoda.

Martin Kasík konzertierte in der Berliner Philharmonie, der Wigmore Hall, Tonhalle Zürich, Gewandhaus Leipzig, dem Concertgebouw Amsterdam, Rotterdam´s De Doelen, Finlandia Hall in Helsinki, Carnegie Hall´s Weill Recital Hall, Alice Tully Hall und Avery Fisher Hall, dem Kennedy Center in Washington und in Tokyo´s Suntory Hall. 

Er war Solist des Chicago Symphony Orchestra, Minneapolis Symphony Orchestra, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin, Tonhalle-Orchester Zürich, Stuttgarter Philharmoniker, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Helsinki Philharmonic Orchestra und er arbeitete mit Dirigenten wie Pinchas Zukerman, Marin Alsop, Yakov Kreizberg, Ingo Meztmacher, Libor Pešek und Jakub Hrůša.

Seit 2008 ist Martin Kasík Künstlerischer Direktor des Chopin Festivals in Mariánské Lázně. Seit 2009 hat er eine Professur für Klavier an der Prager Musikakademie inne. 

Seine Diskographie umfaßt 15 Einspielungen für Supraphon und das Arco Diva Label.

Über das Programm

"Denk ich nun freilich an die höchste Art der Musik, wie sie uns Bach und Beethoven in einzelnen Schöpfungen gegeben, sprech' ich mir von seltenen Seelenzuständen, die mir der Künstler offenbaren soll, verlang' ich, dass er mich in jedem seiner Werke einen Schritt weiter führe im Geisterreich der Kunst, verlang' ich mit einem Wort poetische Tiefe und Neuheit überall, im Einzelnen wie im Ganzen." (Robert Schumann)

Am Anfang des zweiten Quartetts stehen Akkorde. Gerade auf den Punkt. F-Dur. Eine scheinbar sich ins Unendliche fortsetzende Melodie entspinnt sich, schwungvoll, heiter. So klingt der Aufbruch zu einer neuen poetischen Musik in der Fantasie Robert Schumanns. Und so klingt der Frühling, übersetzt in die Tonartenlehre des Komponisten. F-Dur - Sturm und Drang? Das Klavier werde ihm zu eng! So hatte er sich bei seiner Frau beklagt. Gemeinsam mit Clara musiziert er immer wieder vierhändig die Quartette von Haydn, Mozart, Beethoven, verwirft erste Versuche, viele Skizzen und schreibt sie im Sommer 1842 auf. Drei Quartette auf einen Streich. Opus 41, Nummer 1 bis 3. 

Das zweite Streichquartett aus dem Jahr 1883 ist Smetanas letztes kammermusikalisches Werk. Anders als im Falle des ersten Streichquartetts existieren keine programmatischen Erläuterungen des Komponisten zum Werk. Doch kann auch dieses Quartett - wie aus zahlreichen Briefen Smetanas hervorgeht - als ein persönliches Bekenntnis betrachtet werden. So schrieb er über den ersten Satz: „Seitens der Form dieses Satzes habe ich Bedenken, der Satz ist formal sehr ungewöhnlich und schwer zu verstehen, eine Art Zerrüttung herrscht im ganzen Satz und wird, wie es mir scheint, den Spielern große Schwierigkeiten bereiten - dies ist eine Folge meines unglücklichen Lebens.“

Die Entstehung von Dvořáks zweitem Klavierquintett verdanken wir einem Zufall. Als der Komponist 1887 beim Stöbern auf die Partitur seines frühen Klavierquintetts, op. 5, stieß, war er mit dessen Qualität so unzufrieden, dass er ein neues Werk in gleicher Besetzung, Tonart und Anlage schrieb. Einer überspitzten Form der Anekdote zufolge konnte er das frühere Werk gar nicht erst finden und entschloss sich deshalb kurzerhand zur Neukomposition. Im August 1887 begann er das neue Quintett, im Januar 1888 wurde es in Prag uraufgeführt. Die englische Erstaufführung in London vier Monate später verhalf dem Quintett sofort zum internationalen Durchbruch.

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